Zwei Tage im Harz mit der Hängematte

Zwei Tage im Harz mit der Hängematte

Es Freitag nach Himmelfahrt und ich hab frei. Der Wetterbericht versprach sonniges, aber windiges Wetter mit milden Temperaturen bis 20 Grad. Perfekt um mal wieder ein paar Stempel im Harz zu erwandern und eine Nacht draußen zu verbringen. Ich wollte aber nicht lange fahren und so beschloss ich, eine schon länger geplante Tour bei Goslar zu gehen. Es waren 6 Stempel zu holen, auf einer Strecke von ca 37km und 1300 Höhenmeter. Auf zwei Tage aufgeteilt, ist das gut zu schaffen.

Zur Mittagszeit kam ich mit dem Zug in Goslar an und meine Tour startete auch direkt am Bahnhof. Nach einem kurzen Marsch durch die Stadt, ging es vorbei am Frankenberger Teich und der Steinberg Alm, zu einem großen Wanderparkplatz. Dort bog ich auf den Taubenstieg Weg ab, der mich an der Granetalsperre vorbei führte. Da bot sich mir auch schon die erste tolle Aussicht:

Blick auf die Granetalsperre vom Taubenstieg Weg

Das machte Lust auf mehr und mit voller Motivation ging es weiter zum ersten Stempel an diesem Tag: Nr. 112 Liebesbank. Dieser liegt an einem kleinen, gut frequentierten Rundweg, dem Liebesbankweg. Und auch hier wieder eine grandiose Aussicht!

Auf einem schönen Naturweg ging es weiter zur Ortschaft Auerhahn. Dort hatte ich einen tollen Blick zum Auerhahn Teich:

Auf einem asphaltierten Weg ging es hinauf zur Pötzschner Hütte. An der Hütte befindet sich auch ein Aussichtsturm. Leider war dieser in offener Stahlbauweise, so das mich meine Höhenangst von dem Aufstieg abhielt. Hier hätte ich schon mein Lager aufschlagen können. Aber es war erst 18 Uhr und bis zum zweiten Stempel und dem geplanten Lagerplatz war es nicht mehr weit. Und ein Stück weiter entdeckte ich einen kleinen Pfad der vom eigentlichen Weg zu einer Bank mit dieser Aussicht führte:

Der Harz zeigte sich von seiner ganzen Schönheit an diesem Tag. Eine wahnsinnig schöne Aussicht folgte der nächsten. Das ließ den langen Aufstieg auf dem Asphaltweg vergessen.

Unterwegs beschloss ich dann spontan mein Lager nicht beim zweiten Stempel aufzuschlagen, denn ich fand einen traumhaften Spot:

In goldenem Sonnenschein hängt meine Hängematte an hohen Fichten und zwischen einem Teppich aus Blaubeersträuchern

Ich machte mir was zu essen und dann lag ich auch schon schlummernd in meiner Hängematte. Es wurde eine unruhige Nacht, denn der Wind wurde stärker und kräftige Windböen peitschten das Tarp durch. Zum Glück hielten die Heringe im Boden und so fand ich noch ausreichend Schlaf. Am nächsten Morgen wachte ich mit diesem Blick aus der Hängematte auf:

Mit einer solchen Aussicht beginnt der Tag doch perfekt

Es hatte in den frühen Morgenstunden noch geregnet und so blieb ich noch etwas liegen. Als der Regen aufhörte, kochte ich mir einen Kaffee und genoss einfach das da sein an diesem Ort. Nachdem alles wieder im Rucksack verpackt war, ging es vom Berg runter zum Stempel Nr. 124 Köte am Heidenstieg. Dort machte ich mir dann mein Porridge und ging den weiteren Wegeverlauf nochmal durch.

Es ging an der Okertalsperre vorbei in Richtung des nächsten Stempels, Nr. 116 Verlobungsinsel. Unterwegs konnte ich dann auch meinen Wasservorrat wieder auffüllen.

In Romkerhall angekommen, fiel mein Blick auch gleich auf den Wasserfall. Der Romkerhaller Wasserfall ist mit 64m Höhe der höchste Wasserfall im Harz. Der Wasserfall ist aber nicht natürlich, sondern im Jahr 1863 (nach dem Bau der Gaststätte) angelegt worden und wird von einer Abzweigung der kleinen Romke gespeist.

Der Romkerhaller Wasserfall, der höchste Wasserfall im Harz

Von Romkerhall aus geht es linksseitig der Oker auf einem Naturweg zur Verlobungsinsel. Im Bett der Oker befinden sich viele, teils gewaltige Felsbrocken. Es ist ein unglaublich schöner Ort und stellenweise glaubt man in Alaska oder Kanada zu sein. Leider verläuft auf der anderen Seite der Oker eine Straße auf der viele Motorräder unterwegs sind.

Eigentlich stand als nächstes der Stempel Nr. 119 Ahrendsberger Klippen an. Aber ein Blick den steilen Berhang hinauf sagte mir, das ich den Stempel mal lieber auslasse. Durch die Höhenlinien auf der Karte habe ich schon geahnt das es steil wird, aber in echt war es noch steiler als gedacht. Das wollte ich mir nicht an tun, denn von dort oben hatte ich keinen Anschluss an den weiteren Verlauf der Tour und müsste den Weg wieder hinab steigen. Ich hole diesen Stempel ein andern mal in Verbindung mit einer Tour bei der er besser zu erreichen ist.

Aber auch der Weg hoch zur Mooswand hatte es in sich und so kämpfte ich mich, unter Einsatz meiner Trekkingstöcke, die heftige Steigung hoch. Aber wo es rauf geht, geht es auch irgendwann wieder runter und oben angekommen wird man meistens von einer tollen Aussicht belohnt. So auch hier. Die Felsformationen sind imposant und teilweise mit Stegen zur Aussichtsplattform ausgebaut. Es folgte auch bald der Stempel Nr. 118 Kästehaus. Ich war schon etwas verwundert, als ich die Fundamente eines Hauses sah und keinen Stempel finden konnte. Auf meiner Locus Maps Karte war der Stempel an genau der Stelle eingetragen. Ich ging das Gelände ab, fand aber nichts. Dann googelte ich und erfuhr, das die Gaststätte Kästehaus abgerissen wurde und der Stempel dadurch an eine andere Position verlegt wurde. Nur wenige hundert Meter weiter am Weg hab ich ihn dann gefunden.

Die Mooswand

Auch der nächste Stempel, Nr. 117 Treppenstein, lag nicht weit entfernt. Den Namen Treppenstein kann man wörtlich nehmen, denn es führt eine Treppe hinauf. Dort oben hat man wieder eine tolle Aussicht.

Nun befand ich mich auch schon auf dem Weg nach Oker, wo ich dann mit dem Zug nach Hause fuhr. Insgesamt war es eine der schönsten Touren, die ich bisher im Harz gemacht habe. Der Nordwest Harz bietet eine tolle, abwechslungsreiche Landschaft ohne all zu große Schäden durch den Borkenkäfer und die Trockenheit wie im Ostharz. Für mich eine der schönsten Gegenden im Harz!

Und hier noch mein Video von der Tour:

1 Kommentar

  1. Schöne Tour und guter Bericht. Ich hätte nur gerne auf das ein oder andere Bild geklickt und es groß gesehen. 😉
    Grüße

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